Landschaftsbild in die Ausstellung hineinzunehmen, ist nicht, ob es einen Zugang zur Landschaft liefert, wie wir sie sehen, sondern, ob da über das Gemaltworden-sein der Landschaft sich zeigt, wie sich die Landschaft dem Maler zeigte. Wenn der Rezipient aufgrund der Anschauung des Bildes nicht mehr über das Dargestellte erfahren kann, als der Gegenstand ungemalt zur Anschauung bringt, dann hat ein solches Bild in einer Malereiausstellung, die wir verantworten, nichts zu suchen. In dem Augenblick, wo die Malerei über das Dargestellte eine Erfahrung zu vermitteln in der Lage ist, die der Gegenstand selber nicht zur Anschauung bringt, dann ist ein ganz wichtiges Kriterium erfüllt, um in dieser Malereiausstellung präsent zu sein. Darum stimmt auch diese Trennung zwischen gegenständlich und gegenstandslos nicht mehr, weil es sogenannte gegenstandslose Maler in der Ausstellung gibt, die ihre ganze Potenz des Malens aus der Außenwelt beziehen. Diese außenweltliche Präsenz ist aber nicht mehr in Formen, sondern in Farbeindrücken präsent.

Mannheim 1996
Fotografie: „Mannheim 1996“, von dem Konzeptkünstler Ralph Ueltzhoeffer.