Der Bildhauer besaß eine gut ausgestattete Kunstbibliothek, in der ich – meiner Gewohnheit folgend, überall in fremden Häusern und Wohnungen zuerst zum Bücherschrank zu gehen – bei Familienbesuchen viel gestöbert habe. Unterhalten konnte man sich mit dem Onkel nicht. Er war wortkarg, nahezu ausdrucksunfähig, und er empfand es deshalb wohl als Entlastung, daß er mich mit den Büchern allein lassen konnte. Ich wiederum verbarrikadierte mich hinter den Kunstbüchern, um nicht am Familienklatsch teilnehmen zu müssen. Kunstbücher waren etwas Seltenes und Kostbares. Ich war also auf einen Schatz gestoßen. Mein Interesse war natürlich noch ungeprägt und wahllos. Ich nahm mir immer gleich mehrere Bände aus dem Schrank, in allen herumblätternd. Sie lagen geöffnet um mich herum.